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Konzept (Auszug) zur Pflege, Betreuung, Förderung und Integration von jungen schwerstpflegebedürftigen Menschen im Wachkoma
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1. Ausgangslage
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In der Bundesrepublik Deutschland erleiden jährlich rund 300.000 Menschen eine Schädel-Hirn-Verletzung - im Straßenverkehr,
am Arbeitsplatz, im häuslichen Bereich oder beim Sport. Bei etwa einem Drittel wird ein schweres Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert,
bei 45.000 Menschen davon bleiben langwierige oder andauernde Schäden zurück. Die schwerste Verlaufsform nach einem Schädel-Hirn-Trauma
ist das sogenannte apallische Syndrom/Wachkoma. Von den insgesamt 300.000 jährlich Betroffenen bleiben ca. 5000 Menschen im
Wachkoma "stecken".
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Allgemein kann gesagt werden, dass eine vergleichbar große Zahl von Hirnschädigungen auf verschiedenste Arten von Hirnerkrankungen
zurückzuführen sind. So nimmt auch die Anzahl der Schlaganfallbetroffenen in Deutschland immer mehr zu.
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Unsere hochmodernen intensivmedizinischen Möglichkeiten führen dazu, dass immer mehr Menschen selbst schwerste Hirnverletzungen
überleben - leider aber auch um den Preis schwerer körperlicher und geistiger Folgeschäden.
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An das Akutereignis schließt sich häufig ein monatelanger Rehabilitationsprozess an, bei dem im Mittelpunkt jeglicher Bemühungen
die Wiedererlangung von persönlichen Funktionen und Fähigkeiten steht. Meist müssen jedoch die Betroffenen und ihre Familien
mit andauernden Einschränkungen leben und ihren zukünftigen Lebensentwurf an die veränderten Bedingungen anpassen. Gemessen an der bestehenden Zahl der neurologischen Rehabilitationseinrichtungen in Rheinland Pfalz (und speziellen neurologischen
Rehabilitationskliniken) bricht die Versorgungskette im Anschluss an die stationäre medizinische Rehabilitation leider abrupt
ab. Die meisten Entlassungen erfolgen in die häufig überforderten und alleingelassenen Familien oder - auch mangels von Alternativen
- in dafür unspezialisierte Pflegeheime ohne jegliche Förderung für den Betroffenen. Während das System der stationären Rehabilitation
weitgehend differenziert ist, wurde der Aspekt der nachstationären und sozialen Wiedereingliederung bisher vernachlässigt. Somit lässt sich feststellen, dass besonders unser Bundesgebiet Rheinland-Pfalz/Südpfalz eine große Versorgungslücke für den
stationären Bereich aufweist.
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Zur Entlastung der Angehörigen und zur kompetenten Wiedereingliederung der Betroffenen fehlt es an Spezialeinrichtungen mit
gezielter Pflege, Betreuung, Förderung und Integration von jungen schwerstpflegebedürftigen Menschen/Menschen im Wachkoma
im Sinne unseres hier vorliegenden Konzeptes.
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2. Vorstellung unserer Einrichtung
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Das Caritas- Altenzentrum St. Bonifatius liegt im Wohngebiet "Nord-West" von Limburgerhof und wurde 1985 durch die Kreisverwaltung
Ludwigshafen errichtet und in Trägerschaft des Caritasverbandes der Diözese Speyer übergeben.
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Im Oktober 2006 wurde unser Altenzentrum durch einen benachbarten Neubau erweitert. Im 2. Obergeschoss bieten wir hier mit
17 Plätzen der Zielgruppe unserer vorliegenden Konzeption ein neues Zuhause.
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Unser neuer Fachpflegebereich befindet sich im zweiten Obergeschoss des Neubaus. Den Bewohnern stehen freundlich gestaltete und helle Einzelzimmer mit eigener Dusche/WC zur Verfügung. Die Zimmer sind ausgestattet
mit einem speziellen Pflegebett mit Nachttisch und einem Kleiderschrank. Somit bleibt noch viel Raum für eigene Einrichtungsgegenstände,
welche dem einzelnen Bewohner wichtig sind und zu seinem Wohlbefinden beitragen. Durch Nutzung moderner Medien (Internet)
wird der Kontakt nach außen ermöglicht.
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Ein großzügiger Gemeinschaftsraum mit eigener Küche und angrenzendem Wintergarten bietet Platz für verschiedenste Aktivitäten.
So können die Bewohner dort ihre Malzeiten einnehmen, sich mit ihren Angehörigen treffen oder an hausinternen Veranstaltungen,
Festen, individuellen Geburtstagsfeiern o.ä. teilnehmen.
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Selbstverständlich besteht auch weiterhin die Möglichkeit, die bereits vorhandenen Gemeinschaftsräume und den begrünten Innenhof
des Altenzentrum St. Bonifatius zu nutzen. Auch der regelmäßige Besuch der Gottesdienste in der Hauskapelle St. Bonifatius
(beider christlicher Konfessionen) ist gewährleistet.
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Des weiteren ist für die Bewohner ein eigener Snoezelraum vorgesehen, welcher sich ebenfalls im Neubau befindet und bequem
mit dem Fahrstuhl zu erreichen ist. Dieser - eigens für die Bedürfnisse unserer Bewohner - gestaltete Raum bietet sorgfältig ausgewählte Sinnesangebote unterschiedlichster
Art. Er kann sowohl zum gemeinsamen und aktivem Erfahren von Sinnesreizen, als auch als persönlicher Rückzugsort oder Ruheraum
dienen.
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Da Haustiere einen positiven Einfluss auf die Wahrnehmung eines Menschen haben und sehr viel zu einer positiven Lebenseinstellung
beitragen ist es nach Rücksprache möglich kleinere Haustiere mit in die Einrichtung zu bringen.
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Junge schwerstpflegebedürftige Menschen und Menschen im Wachkoma benötigen eine besonders professionelle Pflege und Begleitung
- rund um die Uhr. Unsere Fachpflegeabteilung möchte ihren Bewohnern eine kompetente Pflege und Therapie bieten, welche über das Funktionale
hinausgeht: Ganzheitliche aktivierende Pflege und Betreuung stehen im Vordergrund und sind elementarer Bestandteil unserer
Konzeption.
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Angehörige sehen wir als wichtige Partner und freuen uns über ihre aktive Teilnahme. Wir möchten, dass auch sie sich in unserer Einrichtung wohlfühlen. Daher sind für uns neben einer kompetenten Beratung und
Begleitung in Form von Einzelgesprächen auch spezielle Gruppenangebote für Angehörige eine Selbstverständlichkeit - ebenso
die Integration der Angehörigen in unseren Pflegealltag. Da es uns weiterhin ein großes Anliegen ist, die individuelle Integration und Mitbestimmung der Bewohner gemeinsam mit den
Mitarbeitern des Hauses und der Angehörigen zu unterstützen, versteht sich unsere Fachpflege für junge schwerstpflegebedürftige
Menschen und Menschen im Wachkoma als ein offenes Haus, indem Besucher immer herzlich willkommen sind.
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